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29.01.2017

TuS Lichterfelde Berlin - Krofdorf Knights 66:51 (42:27)

Knights verlieren Katha Quapil und danach das Spiel

Wenn Team-Captain Carla Mandler - seit dem 8. Oktober (3. Spieltag) aufgrund von gesundheitlichen Problemen nicht mehr im Aufgebot der Knights und nach nur 3 "Trainingseinheiten" in den vergangenen 2 Wochen - 30:32 Minuten auf dem Feld stehen muss, dann sagt das alles über den aktuellen Personalstand des Aufsteigers aus Wettenberg aus, denn eigentlich lag hinter dem Mitwirken von Carla einzig und allein die Überlegung, den fünf verbliebenen Knights (Erin Bratcher, Roos Hof, Chelsea Small, Katharina Quapil und Alise Karlsone) die eine oder andere Minute Verschnaufpause auf der Bank geben zu können.
Dass daraus nichts wurde, lag an der Verletzung, die sich Youngster Katha Quapil (16) Mitte des 2. Viertels bei einer Aktion unter dem eigenen Korb zuzog und die ein Weiterspielen unmöglich machte.
Wie schwer die Bänderverletzung letztendlich ist, wird eine genauere Untersuchung am Montag zeigen.

Die Partie begann so, wie sich die Gäste das vorgestellt hatten. Nachdem Berlins Heidi Anton die ersten Zähler der Partie verbuchte, waren die Knights auf der Höhe des Geschehen und erspielten sich mit schönen Offensivaktionen eine schnelle 4:10 Führung (5.). Doch schon während dieser frühen Phase schlichen sich technische und taktische Fehler ein, die eine deutlich höhere Führung verhinderten. Ein unbedrängter Pass ins Aus, ein Tritt auf die Grundlinie, ein vergebener Korbleger und zweimal in der Defense geschlafen und schon hatten die Krofdorferinnen ihre Gegener mit so viel Selbstvertrauen ausgestattet, dass jetzt deren Aktionen mustergültig klappten. Bis zur Verletzung (14.) war die Partie beim 21:18 ausgeglichen, was sich danach aber umgehend änderte.

Als hätten die TuSLi-Damen in der auf die Verletzung von Katha folgenden Auszeit (15.) einen großen Schluck Zaubertrank zu sich genommen, trafen sie fortan mit traumwandlerischer Sicherheit aus der Distanz. Kirsten Greiner (2), Heidi Anton (2) und Jenny Menz trafen bei den letzten 7 Korbaktionen alleine fünf Mal von jenseits der 6,75m Marke und schraubten so den Vorsprung zur Halbzeit auf 15 Punkte (42:27).

In der Halbzeit hofften die Knights noch, den Vorsprung schnell verringern zu können aber das Gegenteil war der Fall. Die jungen Berlinerinnen setzten den ohne Wechselmöglichkeit agierenden Knights mit einer Ganzfeldpresse weiter zu und gaben ihnen keine Sekunde Verschnaufpause. Spätestens Mitte des 3. Viertels (51:29, 26.) waren die 5 Krofdorferinnen endgültig geschlagen, weil jetzt auch die schon in der ersten Halbzeit schwache Treffenquote (32%) noch weiter sank und letztendlich bei 29% - gegenüber 40% bei den Gastgeberinnen - lag. Als im letzten Viertel bereits alle Messen gelesen waren und die Berlinerinnen auch kräftig durchwechselten, gelang den Knights noch eine kleine Ergebniskorrektur, die den deutlichen Erfolg der Gastgeberinnen aber nicht schmälern konnte.

"Das sieht auf dem Scoutingbogen natürlich blöd aus, ist aber absolut nachvollziehbar", so die kurze Analyse von Trainer Uwe Scheidemann. "Wenn die Spielerinnen nicht auf den angestammten Positionen agieren können und wir ohne echten Pointguard spielen, dann fehlen eben die Automatismen in der Offensive. Da kommt ein Pass eine halbe Sekunde früher oder später und auch mal einen Meter entfernt von der angestammten Wurfposition. Das kann ich auch niemandem vorwerfen. Wir müssen es uns allerdings schon ankreiden lassen, in einer frühen Phase der Partie, als die Kraft noch da war, zu viele "unforced errors" produziert zu haben und zwar durch die Bank. Da müssen wir uns alle an die eigene Nase fassen und zugeben, dass das teilweise nicht zweitligareif ist und uns - nicht zum ersten Mal - in große Schwierigkeiten gebracht hat."

Berlin war für die Knights diesmal - zumindest in sportlicher Hinsicht - keine Reise wert. 

Krofdorf Knights: Alise Karlsone (6 Punkte/11 Rebounds), Carla Mandler, Roos Hof (12/8), Katha Quapil (2), Erin Bratcher (10) und Chelsea Small (21/13)

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