AUSGETRÄUMT

22.01.2018

Krofdorf Knights - Burger Estriche Jahn München  71:78 (28:36)

Eine wie schon in der Vorwoche bei der 67:74 Niederlage in Weiterstadt schwache Leistung beschert den Knights eine wiederum unnötige Heimniederlage gegen stark ersatzgeschwächte Münchnerinnen. Damit sind bereits nach dem 3. Rückrundenspieltag die Chancen auf die Playoff`s gegen null gesunken.

Die Gastgeberinnen spielten wieder einmal ohne Biss, wirkten teilweise lethargisch und langsam und beschäftigten sich mehr mit sich selbst als mit einem kämpferisch starken aber durchaus schlagbaren Gegner.

 

Nach einem guten Start (7:3, 3.Min) standen die Gastgeberinnen schnell mit dem Rücken zur Wand und mit dem Körper meist falsch zur jeweiligen Gegenspielerin, so dass sich die Münchnerinnen in Person von Verena Seligmann, Anne Delafosse und Nicki Schmidt problemlos in eins-gegen-eins Situationen durchsetzen konnten, ohne dass auf Seiten der Knights auch nur einmal korrekt geholfen wurde. Das führte auch noch zu 3 schnellen Fouls, die München mit eigener 7:10 Führung (8.) quittierte.

Katha Quapil`s energischer Zug zum Korb sollte dann auch das einzige noch zählbare sein, was die Gastgeberinnen in Abschnitt 1 zustande brachten.

Ganz im Gegenteil zu den Damen aus der bayerischen Landeshauptstadt, die jetzt richtig Spaß an der Partie fanden und jede weitere Unzulänglichkeit der Knights mit 3 (N. Schmidt) oder 2 Zählern (zweimal Delafosse und Seligmann) beantwortete. 9:19 stand es am Ende des ersten Spielviertels.

 

Die Knights zu Beginn des 2. Viertels etwas besser und wieder erfolgreich. Erst Susi Seel`s Korbleger gegen Nicki Schmidt dann Kate Aiszila von der Freiwurflinie und Sarah Kuschel, Ex-Münchenerin, mit 2 weiteren Zählern zum zwischenzeitlichen 15:22 (13.). München konterte mit 8 Punkten, ohne dass die Knights sich groß dagegen wehrten und beim 17:32 (16.) schauten sich Zuschauer und Teams, zugegeben aus verschiedenen Blickwinkeln, erstaunt um, welche Richtung das Spiel nahm.

Die Knight stellten auf Zone um und hatten damit Erfolg, denn sofort war der Verteidigungsdruck da und München kam nicht mehr zu einfachen Würfen aus der Halbdistanz und in die Zone überhaupt nicht mehr.

Die Knights kamen jetzt endlich ins Laufen und erhöhten das Tempo. 13 eigene und nur 4 Münchner Punkte später war der Anschluß wiederhergestellt und die Hauptverantwortlichen dafür waren Chelsea Small und Sina Flottmann, die sich jetzt ein ums andere Mal unter dem gegnerischen Korb gegen die starke Mirela Damaschek durchsetzen konnten.

Leider vergaben die Knights die letzten 3 Wurfmöglichkeiten aus jeweils sehr aussichtsreicher Position, um die Partie vor der Halbzeit noch enger zu gestalten. Anne Delafosse war es dann vorbehalten, mit Ablauf der 24 Sekunden-Uhr den Halbzeitstand von 28:36 zugunsten ihrer Farben herzustellen.

 

In der Halbzeitpause wurden die Gastgeberinnen wie schon in den beiden Auszeiten zuvor dringend gebeten, dass Tempo von un an hoch zu halten, um den zu sechst angereisten Gästen keine Verschnaufpausen zu gönnen.

Die Krofdorferinnen jetzt bemühter allerdings noch ohne Fortune. München erhöht wieder (30:39, 23.) doch die Krofdorferinnen machen jetzt endlich das, was erfolgreich zu sein scheint. Sie drücken permanent auf`s Tempo, bringen die Gäste durch Doppeln in Bedrängnis und sichern sich einige Steals, die in Fastbreaks umgewandelt werden. Erin Bratcher`s 3er zum 37:39 sorgt für den Anschluß, Nicki Schmidt erwidert mit eigenem 3er aber Chelsea Small, Sarah Kuschel und Susi Seel punkten und Krofdorf führt (43:42, 27.). Ballgewinn durch Susi Seel gegen Nicki Schmidt, Pass auf Alise Karlsone, die per 3er nachlegt und den nächsten Ballgewinn der Knights wiederum selbst per Korbleger verwandelt. 48:42, was ist denn jetzt los? 18:3 run der Knights und die Gäste drohen binnen weniger Augenblicke das Spiel aus der Hand zu geben.

Aber da wäre ja noch Anne Delafosse, die mit der Routine von 164 Länderspielen, 9 nationalen und internationalen Titeln und unzähligen Europapokaleinsätzen in Deutschland, Spanien, Frankreich, Italien und Polen schon einiges mehr erlebt hat als alle Spielerinnen der Knights zusammen. Sie schien ob des Laufes der Knights weniger beeindruckt, was sie dann per 3er und anschließendem Steal und Assist auf Julia Obländer zum Ausdruck brachte. 48:47, Knights gestoppt und alles wieder im Lot für die Gäste. MIt 50:47 gehen die Teams in die letzte Viertelpause. 

Die Knights haben jetzt endlich den Schlüssel zu Erfolg in der Hand. War doch gar nicht so schwer, einfach das Tempo hochfahren, denn dann sind sie ja am erfolgreichsten. Das haben die letzten 5-6 Spiele ja gezeigt. Immer wieder das gleiche Erfolgsrezept. Was also tun in Abschnitt 4. Was tun mit 6 Münchnerinnen, die zwar tapfer und mit ungeheurem Einsatz kämpfen aber denen man die körperliche Anstrengung schon anmerkt.

Man drosselt das Tempo und lässt in der Offensive jede mal das machen, was ihr gerade so in den Sinn kommt. Defense? Wird generell überbewertet, denn München hat ja nur 11 Punkte im dritten Abschnitt erzielt...

Nein, das ist (leider) keine Comedy sondern genau das, was die Knights jetzt auf`s Parkett "zaubern". Die Zone steht und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Wie angenagelt stehen die Knights in der Defense und lassen die Gäste gewähren. Die wissen gar nicht wie ihnen geschieht, brauchen keine Anstrengungen mehr zu unternehmen, um wieder freie Würfe aus der Halbdistanz zu bekommen. Wenn die Knights mal am Ball sind dann meistens mit 2 Verteidigerinnen gleichzeitig, was es für die Gäste noch einfacher macht, sich die beste Schützin auszusuchen und die treffen jetzt traumwandlerisch sicher.

3er Schmidt, 3er Delafosse, Damaschek am Korb, Bohn von der Grundlinie und nochmal Schmidt und München führt 52:59 (34.). Noch keine Entscheidung aber der Grundstein dafür, denn die Knights haben das Momentum leichtfertig verzockt. Wie schon eine Woche zuvor wurde ein Spiel aus der Hand gegeben, was man nicht mehr verlieren durfte. 

Krofdorf punktet noch einmal durch Alise Karlsone und eine "and 1" durch Chelsea Small. 57:59, Ballgewinn Knights, Chance auf die erneute Führung, vergeben. Anne Delafosse punktet (57:61). Nächster Anlauf, Ballverlust im Halbfeld, Verena Seligmann auf dem Weg zum Korb, Erin Bratcher blockt von hinten - mit Foul - unsportlich Foul. Zu allem Überfluss verletzt sich Erin Bratcher bei dieser Abwehraktion und droht mit Verdacht auf Außenbandriss länger auszufallen. Verena Seligmann, die eine ganz starke Partie ablieferte, trifft beide Freiwürfe und versenkt den zusätzlichen Ballbesitz der Münchnerinnen per 3er zum vorentscheidenden 57:66 (36.). Die Knights spielen jetzt Alles oder Nichts, kommen durch zwei 8m 3er von Kate Aizsila nochmal in Schlagdistanz (69:73, 40.) aber vergeben die nächste Chance. München macht seine letzten Zähler an der Freiwurflinie und tanzt nach der Schlusssirene im Mittelkreis. 2 Punkte, die man nicht auf dem Zettel hatte, die man sich aber durch eine tolle Mannschaftsleistung und unbändigen Willen mehr als verdient hat.

Nach 11 Punkten in Abschnitt 3 erlaubten die Knights dem Gast 31 Punkte in Abschnitt 4. Ohne Worte...

 

Die Knights müssen jetzt sehr aufpassen, um nicht komplett in der Tabelle durchgereicht zu werden, denn Bamberg auf Platz 9 hat momentan nur 2 Punkte weniger. Und für die Knights kommen jetzt die Spiele gegen die Teams auf Tabellenplatz 1 (in Freiburg) und 2 (Bad Homburg).

 

Na servus... 

Krofdorf Knights: Alise Karlsone (11/1), Kate Aizsila (11/3), Sina Flottmann (6), Katha Quapil (7), Erin Bratcher (5/1), Chelsea Small (19), Sarah Kuschel (6) und Susi Seel (6).

Burger Estriche Jahn München: Anne Delafosse (24/2), Mona Römer (n.e.), Verena Seligmann (15/1), Marie Bohn (4), Julia Obländer (2), Mirela Damaschek (13/1) und Nicole Schmidt (20/3).

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