Krofdorf will weiter Spass haben

22. September 2016

Die Krofdorf Knights nehmen wieder das Abenteuer zweite Basketball-Bundesliga auf. Nachdem sie dort in der Saison 2013/2014 nur ein einjähriges Gastspiel geben konnten, sind sie jetzt zurück in der zweithöchsten Klasse.

Verdient haben sich die Wettenbergerinnen den Aufstieg durch eine tolle Regionalliga-Runde. Mit 17 Siegen aus 20 Partien wurden sie Meister und bekamen das Startrecht für die zweite Liga, ohne die eigentlich im Anschluss vorgesehenen Aufstiegsspiele zu absolvieren.Wegen zu weniger Interessenten für die Teilnahme in der nächsthöheren Klasse waren diese schlicht und einfach überflüssig geworden.

 

✘ Kommen/Gehen: Das Personalkarussell hat sich bei den Krofdorf Knights kräftig gedreht. Zehn Spielerinnen haben die Mannschaft verlassen. Davon haben sich fünf dem zweiten Team angeschlossen und gehen jetzt in der Oberliga an den Start. Küken Lotte Seegräber ist nach Grünberg gewechselt, Tini Lehnert legt eine Pause ein. Ihre Basketballschuhe an den Nagel gehängt haben die Routiniers Ruth Seegräber, Sandra Wobisch und Barbara Wojtyla. Neue Akteurinnen wurden sowohl in der Nachbarschaft als auch im Ausland gefunden. Die frühere Nationalspielerin Julia Gaudermann kommt vom Erstligisten BC Marburg und bringt einige Jahre Erfahrung aus der ersten sowie aus der zweiten Liga mit. Auch Hicran Özen bringt etliche Jahre Basketball-Know-how auf höchstem Niveau ein, hat aber in den letzten drei Jahren nicht gespielt. Youngster Julia Ishaque kehrt nach zweijährigem USA Aufenthalt zurück ins Team. Als Nachwuchshoffnung stößt die 16-jährige Katharina Quapil aus der Jugend des MTV Gießen zu den Knights. Roos Hof aus Utrecht und Shey Ali aus den USA komplettieren die Zugänge. »Natürlich versucht man, Spielerinnen zu finden, die individuelle Stärken haben, die das Team insgesamt verbessern, und das tun unsere neuen Spielerinnen – jede auf ihre eigene Art, egal ob die Julia, Roos, Shey, Jule oder Katha heißen«, ist Trainer Uwe Scheidemann sicher, eine schlagkräftige Truppe aufgestellt zu haben.

 

✘ Stärken/Schwächen: In der Vielseitigkeit sieht der Coach eine Stärke seiner Truppe. Während jeder Begegnung können es andere Akteurinnen sein, die die Mannschaft stützen. »Genau das macht uns als Gegner so gefährlich«, ist er überzeugt. Die Krofdorferinnen bestehen aus Routiniers, neuen Spielerinnen und Nachwuchskräften. Die Jüngste ist 16 Jahre, die Älteste 37, der Altersdurchschnitt liegt bei 25,2 Jahren. »Wir gehören sicherlich zu den kleinsten Teams der Liga, wobei ich das nicht als Nachteil ansehe. Man spielt eben anders als mit großen Spielerinnen«, hat der Trainer dabei bestimmt auch die Schnelligkeit seiner Athletinnen im Blick. Zudem glaubt er an deren mentale Stärke, hat richtiggehende Schwächen bislang nicht ausmachen können und sagt selbstbewusst: »Ich weiß nur eins ganz sicher: Wenn ich der Trainer eines anderen Teams unserer Liga wäre, ich würde nicht gerne gegen uns spielen!«

 

✘ Prognose: Im Rahmen ihrer Möglichkeiten haben die Krofdorf Knights alle Positionen so besetzt, wie sie es konnten. So wollen sie in jede Partie mit der Gewissheit gehen, siegen zu können. Im Laufe der Runde soll es eine individuelleVerbesserung aller Akteurinnen geben. Insgesamt wird angestrebt, mehr Erfolge zu feiern als Niederlagen zu quittieren. »Spaß haben« steht trotz der zu erwartenden höheren Anforderungen bei den Wettenbergerinnen weiterhin recht weit oben. Der bleibt am ehesten dann erhalten, wenn die Mannschaft gut »funktioniert«. Jede muss in jedem Training sowie auf dem Feld ihre Leistung abrufen, und Scheidemann geht auch davon aus, dass sich jede Spielerin weiterentwickelt. Beispielhaft macht er das an den beiden Jüngsten fest: »Julia Ishaque und Katharina Quapil haben über den Sommer sehr viel gearbeitet und das wird sich auch über die Saison hin auszahlen.«

 

✘ Fazit: Seit dem 9. August haben sich die Krofdorf Knights auf die Saison 2016/2017 vorbereitet. Ihre beiden ersten Testspiele gegen den ASC Mainz und die Rutronik Stars Keltern gingen mit zwei Punkten bzw. mit einem Zähler verloren. Eine Turnierteilnahme Anfang September in Speyer musste abgesagt werden, weil nur vier gesunde Akteurinnen zur Verfügung gestanden hatten. Dafür schlugen die Wettenbergerinnen eine Woche später kräftig zu. Beim Tournament in Weiterstadt trafen sie auf einige Zweitligisten sowie auf starke Regionalligisten und holten sich ungeschlagen den Turniersieg. Der dürfte das Selbstvertrauen weiter gestärkt haben. Dennoch haben die Krofdorferinnen einen Unsicherheitsfaktor. Sarah Kuschel war im letzten Jahr eine der Leistungsträgerinnen und ist erneut im Team eingeplant. »Das kann sich jedoch ändern, falls sie nach gerade erfolgreich bestandenem Physikum ihr Medizinstudium nicht in der Nähe fortsetzen kann und deswegen den Verein verlässt«, sagt Scheidemann.

 

✘ Umfeld: Um auf dem Feld erfolgreich zu sein, ist es für den Coach wichtig, dass sich gerade die Neuen in der unbekannten Umgebung schnell wohlfühlen. »Dazu gehört vor allem, das Leben rund um den Basketball zu organisieren, denn Training und Spiel sind im Verhältnis zur sonstigen verfügbaren Zeit nur ein kleiner Teil des Tages«, so der Trainer. Insgesamt kommt es für die Krofdorf Knights darauf an, sich sowohl in sportlicher Hinsicht als auch in jener abseits des Feldes weiterzuentwickeln. »Wir haben in den letzten eineinhalb Jahren sicherlich schon einige Schritte in die richtige Richtung gemacht, aber der Weg bis hin zu einer bundesligareifen Organisation ist doch noch weit«, weiß Scheidemann. Dass sich in den letzten Wochen immer neue ehrenamtliche Unterstützung gefunden hat, ist für ihn ebenso wertvoll wie diejenige durch Sponsoren. Aber auch »der schnellen und unbürokratischen Hilfe bei der Anschaffung der neuen elektronischen Anzeigetafel/24-Sekunden-Anlage in der Eduard-David-Halle durch die Gemeinde Wettenberg und den TSV Krofdorf-Gleiberg« gilt Scheidemanns Dank.

 

Jetzt bleibt abzuwarten, wie sich seine neue Truppe schlagen wird, die mit guten Leistungen viele Zuschauer in die Halle locken möchte

(Svantje Merker-Gärtner)

Giessener Allgemeine Zeitung 

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